Teilnehmer
Jordi
Programm
Praktikum
Land
🇬🇭 Ghana
Dauer
10 Wochen
Kurze Biografie
Ich heiße Jordi, bin 31 Jahre alt und bin im Abschlussjahr am Alfa-College für Sport und Bewegung, Stufe 3. Ich habe 72 Tage lang ein Praktikum in Ghana absolviert, und zwar in der Hauptstadt Accra. Dort habe ich Kindern und Erwachsenen Basketball unterrichtet.
In Ghana habe ich wieder gelernt, wie wertvoll kleine Dinge sein können: ein Tanz in der Kirche, ein Scherz mit jemandem auf der Straße oder ein Lächeln von jemandem, das dir den Tag versüßt.
Wie zufrieden warst du mit der Betreuung in Deutschland?
Bin total zufrieden. Ich habe oft angerufen, um
Meine Geschichte
Meine Geschichte
Als ich am Flughafen in Ghana ankam, dachte ich sofort: Mann, ist das hier heiß! In der ersten Woche fiel mir auf, wie anders hier alles war. Die Kommunikation war verwirrend, alltägliche Dinge wie Kaffee oder Zigaretten waren schwer zu finden, und ich hatte das Gefühl, dass ich mich hier nicht einleben würde.
Die ersten vier Wochen waren ganz schön anstrengend. Aber dann fing es an, sich zu ändern. Ich lernte Leute kennen, und die kannten wiederum andere, und schon bald fand ich die Läden, wo ich meinen Kaffee holen konnte, gemütliche lokale Kneipen und Schwimmbäder zum Entspannen. Langsam aber sicher begann es sich wie zu Hause anzufühlen. Als ich schließlich abreisen musste, wollte ich eigentlich gar nicht mehr weg.
Ghana ist ein Land voller Gegensätze. Es ist geschäftig, manchmal chaotisch, nicht immer besonders gut organisiert, und das Leben dort kann aufgrund der Hitze und der Stromausfälle (ja, die kommen wirklich oft vor) anstrengend sein. Aber gleichzeitig ist es ein Land voller Herzlichkeit, vor allem seitens der Menschen. Wenn dich die Ghanaer erst einmal in ihr Herz geschlossen haben, bist du überall willkommen.
Dort habe ich meinen besten Freund kennengelernt, mit dem ich jeden Tag ins Fitnessstudio gegangen bin. Wir haben zusammen gegessen, sind essen gegangen und haben das Leben wirklich geteilt. Durch mein Praktikum habe ich Kollegen aus der ganzen Welt kennengelernt, und mehrmals pro Woche sind wir gemeinsam in die Stadt gegangen. Es gibt so viele tolle Orte: coole Kneipen, schöne Schwimmbäder, leckeres Essen und wunderschöne Natur. Denk zum Beispiel an die Volta-Region mit ihren Wasserfällen oder Cape Coast, wo du die alte deutsche Festung besuchen kannst – mit Blick auf eine der schönsten Meereslandschaften, die ich je gesehen habe.
Natürlich gibt es auch weniger schöne Seiten. Es kommt schon mal vor, dass man von der Polizei oder der Armee angehalten wird, und dann ist es wichtig, ruhig und selbstbewusst zu bleiben. Es kommt regelmäßig zu Stromausfällen, ich hatte selbst zweimal eine Lebensmittelvergiftung und dreimal einen Sonnenstich. Taxis sind praktisch, aber du musst aufpassen, dass du nicht abgezockt wirst. Halte dein Handy gut fest, vor allem, wenn du in einem Taxi mit offenen Fenstern sitzt.
Aber wenn du das erst einmal hinter dich gebracht hast und offen bist für einen anderen Rhythmus und eine andere Lebensweise, dann erwartet dich etwas ganz Besonderes.
Suchst du nach einem Neustart? Bist du bereit, deine Komfortzone hinter dir zu lassen? Dich für andere einzusetzen, vielleicht als Sportpartner, Freiwilliger oder Lehrer? Kannst du über Dinge lachen, die anders laufen als geplant, Kleidung von Hand waschen und Duschen mit kaltem Wasser als Teil des Abenteuers akzeptieren? Dann bekommst du dafür etwas ganz Besonderes zurück.
Du lernst Menschen kennen, die mit wenigen Mitteln unglaublich viel Glück ausstrahlen. Menschen, die aufrichtig gastfreundlich sind, voller Lebensfreude und mit einer positiven Lebenseinstellung. Ich arbeitete auf einem Militärstützpunkt und wurde jeden Tag von einem Jungen mit großem Hut, Sonnenbrille und einem strahlenden Lächeln begrüßt. Jeden Tag wieder sagte er mit diesem wunderbaren Akzent: „YES SAR!“ Und solche Momente bleiben dir im Gedächtnis.
Ich wünschte, wir in Deutschland könnten manchmal etwas mehr von dieser Lebensfreude haben, auch wenn die Arbeit mal keinen Spaß macht. In Ghana habe ich wieder gelernt, wie wertvoll kleine Dinge sein können: ein Tanz in der Kirche, ein Scherz mit jemandem auf der Straße oder ein Lächeln von jemandem, das dir den Tag versüßt.
Also, erkennst du dich selbst als jemanden wieder, der sehr auf Struktur, Regeln und Kontrolle fixiert ist? Dann ist Ghana vielleicht nicht der richtige Ort für dich. Aber hast du das Gefühl, dass es Zeit für ein neues Kapitel in deinem Leben ist? Für Wachstum, Abenteuer und Sinn? Probier es aus. Wirklich. Es kann dein Leben verändern.
Welchen Rat würdest du zukünftigen Praktikanten und Freiwilligen mit auf den Weg geben?
Bleib ruhig und vertraue den Menschen in deinem engsten Umfeld, die aus diesem Land kommen. Zum Beispiel Kollegen oder Freunde, die du dort triffst – dann wird alles gut.

